Seniorenbetreuung im eigenen Zuhause – der Blog

29.05.2017

Es ist wieder an der Zeit das Thema der Seniorenbetreuung zu Hause etwas genauer anzuschauen. Besser gesagt die 24 Stunden Seniorenbetreuung im eigenen Zuhause. Der Begriff Betreutes Wohnen trifft unsere Dienstleistung fast am besten.
Wir stellen leider immer wieder fest, dass die Schweiz noch nicht richtig bereit ist, ein solchen Betreuungsmodell zuzulassen. Einerseits die gesellschaftliche Einstellung, obschon es früher vor der Zeit der Altersheime nichts anderes gab und andererseits die politische Problematik. Es fehlen komplett die Anreize seine eigenen Familienmitglieder zu betreuen und zu pflegen. Der Staat fördert es nicht und sowieso – wenn alle in der Familie arbeiten, wer soll dann die Grossmutter betreuen?

Was sollen wir aber tun, wenn laut Demographie Prognose, die Altersheime bald aus allen Nähten platzen? Der Staat hilft nicht und die Familien können die Betreuung aus eigener Kraft nicht alleine stemmen. Die Antwort wäre so einfach und flexibel: wir betreuen und pflegen unsere Angehörigen im eigenen Zuhause durch professionelle Pflegekräfte. Es braucht kein zusätzlicher Wohnraum. Weit in die Zukunft muss dabei auch nicht geplant werden, da man nur die benötigten Seniorenbetreuer vorzu rekrutieren muss. Zudem wäre das wahrscheinlich auch für den Staat eine günstigere Variante, ganz zu schweigen von den Vorzügen eines menschenwürdigen alterns.

Leider hilft der Staat tatsächlich wenig. Wir als 24 Stunden Betreuungsagentur erkenne sehr wenig bis keine Hilfestellung was das Betreuungsmodell zu Hause angeht. Die Pflege zu Hause wird aus unserer Sicht in keiner Art und Weise gefördert. Klar, die Spitex ist seit eh und je da und übernimmt die Pflege. Aber die menschenwürdige Betreuung wird komplett ausser Acht gelassen. Gerade bei Krankheiten wie Demenz, Alzheimer oder Parkinson braucht es unseres Erachtens eine individuelle und sehr persönliche Betreuung. Wir als 24 Stunden Pflegedienst wünschen uns zumindest ein wenig Unterstützung der Behörden, um sich gegen von aussen in die Schweiz eindringene “Schwarze Schafe” zu behaupten.

Nebst Home Instead, als grösster Anbieter von Betreuungs- und Pflegedienstleitungen, gibt es einige kleinere und grössere Agenturen in der Schweiz, welche ihre Arbeit korrekt anbieten. Die ein bis drei unseriösen Anbieter preisen Ihre Dienstleistungen zu sehr unrealistischen Preisen an und machen sich durch die direkte Vermittlung aus dem Ausland strafbar. Die Familien, welche eine solche Seniorenhilfe in Anspruch nimmt macht sich wegen Förderung von Scheinselbständigkeit ebenfalls schuldig. Uns ist aber kein Fall in der Schweiz bekannt, wonach weder eine Familie noch eine fremdländische Agentur zu Rechenschaft gezogen wurde.

Die entstandene Grauzone wird so immer grösser und die Nachahmer stehen schon bereit. Aber auch die Privathaushalte können praktisch schalten und walten wie es ihnen passt. Hier gibt es praktisch keine Kontrolle. Aus diesem Grund appellieren wir an den Staat und deren Einwohner: seid offen für würdevolles Altern im eigenen zu Hause. Beim Wohnen im Alter geht es nicht nur um finanzielle Aspekte sondern um einen respektvollen Umgang mit unseren Nächsten.

11.05.2016

Gestern kam ein Bericht auf NDR Fernsehen über eine Pflegeeinrichtung: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Schwere-Vorwuerfe-gegen-Pflegeeinrichtungen-in-Guestrow,panoramadrei2154.html
Dieser zeigte auf, dass es grosse Missstände in diesem Altersheim gibt. Und zwar nicht nur gegen die Senioren, sondern auch gegen das Personal. Ich gehe davon aus, dass dieses Heim unter einem starken Kostendruck steht und versucht auf allen Ebenen Einsparungen zu tätigen. Nachfolgend nun meine Schlussfolgerungen, speziell für die Schweiz.

Meines Erachtens aber leider auf die falsche Art. «Pflegen», im Sinne der Schweizer Rechtsprechung ist grundsätzlich nicht das Problem. Das ist gesetzlich vorgegeben und wir wird penibel dokumentiert. Viel wichtiger sehe ich die «Betreuung». Und dafür haben Alters- und Pflegeheime schlicht keine Zeit. Und Zeit ist Geld. Und Betreuung macht meistens ca. 23 Stunden am Tag aus – Pflege nur ca. 1 Stunde.

Aus diesen Gründen sehe ich eine grosse Zukunft in der Seniorenbetreuung zuhause. Dieses Modell wird die Schweiz früher oder später (zurück)erobern. So eigentlich, wie es früher war und heute noch in den meisten Ländern dieser Erde praktiziert wird. Keine Abschiebung ins Altersheim, sondern für einander da sein. Den Zusammenhalt der Familie in den Vordergrund rücken.

In der Schweiz haben wir verschiedene Aspekte, welche die Betreuung zuhause behindern:

  • Politisch 1: Fast jede Gemeinde betreibt mehr oder weniger rentable Altersheime und ist nicht daran interessiert, diese mit Leerstand zu betreiben
  • Politisch 2: Der Föderalismus, mit seinen x-verschiedenen Gesetzen (welche sich auch noch gegenseitig «beissen») behindert eine einfache und transparente Anstellung von Senioren Betreuerinnen
  • Immobilien: Da Wohneigentum extrem teuer und somit begehrt ist, wird der eine oder andere Nachkomme seine Mutter oder Grossmutter lieber früher als später aus dem schönen Einfamilienhaus in ein Altersheim ausquartieren wollen
  • Gewohnheit: Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich, welche die Seniorenbetreuung zuhause schon lange kennen und erfolgreich praktizieren, ist es in der Schweiz immer noch Usus, ab einem gewissen Mass an Unselbständigkeit, ins Altersheim umzuziehen

Aus verschieden Gründen glaube ich, dass die Zeiten der Altersheime jedoch gezählt sind:

  • Den Gemeinden fehlt das nötige Geld, Alters- und Pflegeheime vernünftig zu führen
  • Den Heimen fehlt das Personal. Die Rekrutierung von ausgebildetem Pflegepersonal ist extrem schwierig
  • Die Senioren möchten ja nicht wirklich ins Altersheim: gäbe man Ihnen die Möglichkeit selbst zu entscheiden, würden wohl ziemlich alle gerne in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben

Die Demografie zeigt eindrücklich auf, dass in den nächsten Jahren der Bedarf an Hilfe für Senioren extrem steigen wird. Die Alters- und Pflegeheime können dies unmöglich selbst stemmen. Wahrscheinlich müssen nebst der Betreuung zuhause auch noch andere Konzepte folgen um allen ein Altern in Würde zu ermöglichen.

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